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Vom Leben und Sterben eines 365 Tage Projekts

Jul 042019

Die Geburt


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Anfang 2017 stolperte ich im Netz über den PhotoBlog365 Kalender. Neben einem schlichten Wandkalender bot der Kalender eine Challenge: Jeden Tag ein Bild zum gegebenen Thema zu machen.

Der Benefit?

  • Kreativ werden
  • Sich jeden Tag mit der Kamera beschäftigen
  • Raus aus der Komfortzone
  • Kameraeinstellungen und Software verinnerlichen

Das klang verlockend und einfach - ohne groß drüber nachzudenken startete ich auf facebook mit dem ersten Foto. Viele weitere sollten folgen.

Das Leben


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Nach etwa drei Monaten spontanen Ablichtens merkte ich, dass das so einfach nicht werden würde. Bei manchen Themen saß ich vor leeren Blättern, an anderen Tagen wollte das schnelle Foto nicht ganz so schnell in den Kasten.
Ich begann zu planen und machte vor Monatsanfang Brainstormings & Pläne. Welche Materialien werde ich brauchen? Muss ich zu bestimmten Locations?
So konnte ich etwa 50% der Bilder planen, der Rest entstand weiterhin spontan.
Ich begann die Kamera immer dabei zu haben und hatte stets die Themen der nächsten drei bis vier Tage im Kopf. Auch so konnte ich das ein oder andere Bild einfangen um es dann etwas später zu posten.
Es lief - und machte Spaß!

Die Hürden


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Im Sommer wurde es dann zunehmend anstrengender. Es kamen plötzlich Themen, die ich im Prinzip schon zuvor in manchem Motiv umgesetzt hatte.
Dazu kam ein Familienurlaub, in welchem zwar Bilder entstanden, aber der ein oder andere Tag ausgelassen werden musste.
Ich begann die mir selbst aufgelegten Regeln aufzuweichen.

Das Sterben


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Im September wurde ich ungeplant mit einem längst vergessenen Hobby konfrontiert, welches meine Aufmerksamkeit (und auch einiges an Zeit) auf sich zog. Der Monat war schon grob geplant, zunächst konnte ich also nach Fahrplan operieren.
Im Oktober war dann die Luft raus. Ich machte keine Planung mehr und die Motivation ging in den Keller. Nach einem kurzen Aufleben Anfang November musste ich die Challenge (im Sinne der Herausforderung) für gescheitert erklären.
R.I.P.

Der Nachruf


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Nun, eineinhalb Jahre später, kann ich entspannt auf das Projekt zurückblicken. Es überwiegt die Erinnerung an das Fotografieren, nicht der Frust, es nicht geschafft zu haben.
Ich sehe mir die Ergebnisse an und freue mich an vielen der entstandenen Bilder (immerhin 254/365 -> ~70%).

Was habe ich gelernt?

  • Während eines 365 Tage Projektes kein neues Hobby anfangen!
  • Vorher die Regeln definieren!
  • Die Familie in die Entscheidung ob ja oder nein mit einbeziehen!
  • Entspannt mit der Challenge umgehen!

Was habe ich gemacht:

  • Landschaftsfotografie
  • Makrofotografie
  • Produktfotografie
  • Tierfotografie
  • Streetfotografie
  • Architekturfotografie
  • Lichtgestaltung
  • Setgestaltung
  • Stillleben
  • Spielzeugfotografie
  • Spaziergänge
  • uvm.

Hat es sich gelohnt, das Projekt anzugehen? Ja, sicherlich!
Werde ich nochmal ein solches Projekt machen? Ich plane es nicht!

 

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